Werksbesichtigung Buderus Edelstahl in Wetzlar

Vor kurzem besichtigten 16 Teilnehmer der Wali unter der Begleitung von Pia Wagner verschiedene Werkshallen der Firma Buderus in Wetzlar.

Die Firma Buderus wurde 1731 von Johann Wilhelm Buderus gegründet. Seit 2007 gehört sie der österreichischen Voestalpine AG . Zur Zeit arbeiten ca. 1500 Personen bei Buderus, es werden 80 Jugendliche in verschiedenen Berufen ausgebildet. Der ehemalige Mitarbeiter und Betriebsrat Herr Weber führte die mit Sicherheitsausrüstung bestückte Gruppe informativ durch die Anlage, in der Schrott aus ganz Deutschland durch Zusätze zu hochwertigem Edelstahl verarbeitet wird. Über den ehemals offenen Schrottplatz wurde aus Lärmschutzgründen eine Halle gebaut. Das eigentliche Stahlwerk, in dem der Schrott geschmolzen wird, konnte aus Sicherheitsgründen nicht besichtigt werden; für diese Halle wurde 2014 eine 20 Millionen Euro teure, hochmoderne Entstaubungsanlage gebaut, um den aktuellen Umweltschutzbestimmungen nachzukommen. Erste Station der Führung war das beeindruckende Schmiedewerk. In der sehr großen Halle werden mehrere große Brennöfen und Schmiedepressen beherbergt. Die größten Schmiedepressen bringen mit ihren Stauchkräften Stahl bis zu 145 Tonnen (ca. 100 Kleinwagen) in Form. Je nach Formung werden die weiter zu bearbeitenden Stahlstücke von riesigen sogenannten ´Manipulatoren´ gehalten. Wie riesige Greifzangen, halten und drehen sie den glühenden Stahl, so das dieser von allen Seiten gepresst werden kann. Angefallene Schlacke aus dem Werk wird mit eigener Zufahrt vom Werk aus auf der Deponie Eulingberg zwischen Dalheim und Klein- Altenstädten gelagert. Nächste Station der Besichtigung war das Walzwerk. Hier durchlaufen die Stahlblöcke die sogenannte Walzstraße, in dem sie von Abschnitt zu Abschnitt kleiner, bzw. dünner gewalzt werden. Die riesigen Walzen sowie der Stahl werden ständig mit Wasser gekühlt, welches aufgefangen und in Kühltürmen bis zur Wiederverwendung aufbewahrt wird. Vom Walzwerk aus gehen zu Rollen aufgewickelte Edelstahlbänder auf ihrem weiteren Bearbeitungsweg in die Beizanlage, Glüherei oder in das Kaltwalzwerk. Endprodukte verlassen das Werk zur weiteren Verarbeitung zB. in die Schneidwarenindustrie oder die Automobilbranche. In der Bearbeitungswerkstatt wurden beachtliche Drehmaschinen bestaunt, die z.B. Turbinen für Windkrafträder fräsen. Hochleistungssägebänder teilen lange, schwere Stahlrollen in kleinere Stücke. Vorbei an Hallen für das eigene Lager und der Halle für Elektriker, die Qualitätstechnik und den Auszubildendenbereich ging es weiter in die Gelenkschmiede. Hier konnte eine die Bearbeitung kleinerer Stahlstücke in einer hochmodernen Roboteranlage besichtigt werden. Wo noch vor 20 Jahren 10 Menschen einen Arbeitsplatz fanden, erledigen diese Arbeit heute imposante Roboterarme, die die Stahlstücke jeweils zur nächsten Presse führen. Vorbei an der werkseigenen Feuerwehr beendeten die Teilnehmer ihren 2- stündigen Rundgang, der bei vielen eine beeindruckende Wirkung hinterließ.