Weil Menschen Menschen brauchen!


Schlimm genug, dass in heutigen Zeiten Finanzunternehmen, Banken und Großkonzerne stärker bedauert werden als der einzelne Mensch, der unverschuldet an den Rand der Gesellschaft gedrängt wird.
Schlimmer noch, dass heute mehr von notleidenden Banken und Unternehmen gesprochen und berichtet wird, als von notleidenden Menschen.

1989, als die WALI gegründet wurde, gingen viele Beteiligte davon aus, dass Arbeitslosigkeit ein vorübergehendes Phänomen sei. Vollbeschäftigung galt noch als erreichbares Ziel. Der Markt werde, so hieß es damals, die Situation regeln und in absehbarer Zeit würden wieder ausreichend Arbeitsplätze vorhanden sein. Begleitung, Beratung, Qualifizierung und Motivation der von Arbeitslosigkeit Betroffenen wären daher nur vorübergehend notwendig. Wie wir alle wissen, war diese Annahme falsch. Die Hoffnung, die Kräfte des freien Marktes würden allen ein ausreichendes Einkommen durch Erwerbsarbeit ermöglichen, wurde enttäuscht.

Heute arbeiten viele politisch Verantwortliche und gesellschaftliche Institutionen daran, arbeits- und sozialpolitische Regelungen zu entwickeln, die allen Bürgerinnen und Bürgern ein befriedigendes Ein- und Auskommen gewährleisten. Eine nüchterne Betrachtung unserer Situation zeigt allerdings, dass wir von diesem Ziel noch weit entfernt sind.
Nach wie vor vergrößert sich der Abstand zwischen Einkommensstarken und Einkommensschwachen ständig – qualitativ und quantitativ. Diese Tatsache gefährdet auch den sozialen Frieden in unserem Land.

Der Herausforderung, diesem negativen Trend etwas entgegenzusetzen, sind nach unserer Einschätzung einzelne gesellschaftliche Einrichtungen nicht gewachsen. Deshalb setzen wir auf Kooperation und laden unterschiedliche Institutionen, Akteure und Einzelpersonen aus unserer Region ein, gemeinsam aktiv zu werden.
 

Weil Menschen Menschen brauchen

Unsere Angebote und Projekte führen gesellschaftliche Gruppen zusammen, um sich gemeinsam für den sozialen Frieden zu engagieren. Bei uns arbeiten Erwerbslose und Beschäftigte, Frauen und Männer, Junge und Alte, Ehren- und Hauptamtliche, Vertreterinnen und Vertreter aus Kirchen und Gewerkschaften, Politik und Wirtschaft, zusammen. Einig sind wir uns in den Zielsetzungen:

  • Menschen nehmen Menschen wahr und lernen voneinander.
  • Durch Beratung, Begleitung, Motivation, Beschäftigung und Qualifizierung werden Menschen in die Lage versetzt, sich selbst zu helfen.
  • Verschiedene Milieus begegnen sich bei Kulturprojekten und Festen.
  • Durch Bildung, Interesse füreinander und Engagement können Menschen an gesellschaftlicher Entwicklung teilhaben.

Für Erwerbslose sind unsere Angebote und Projekte oft wieder die erste Möglichkeit gesellschaftlicher Teilhabe. Hier finden sie Beratung und Qualifizierung. Hier können sie ihre beruflichen und persönlichen Fähigkeiten einbringen und weiterentwickeln. Sie können sich stabilisieren, Wertschätzung und Erfolgserlebnisse erhalten. Nicht Wenige haben dadurch den Weg zurück in den Arbeitsmarkt gefunden.

Einige kommen mit massiven Problemen wie z.B. Alkoholabhängigkeit und erhalten durch kompetente Beratung und Vermittlung in Entgiftung oder Therapie die Chance auf einen neuen Anfang.

In dieser Broschüre stellen wir unsere Arbeit vor. Wir freuen uns, wenn wir dadurch Ihr Interesse wecken und Sie motivieren mitzumachen oder unsere Projekte materiell zu unterstützen.