Mitglieder der Wetzlarer Arbeitsloseninitiative, haben sich
Wohnumfeldgestaltung im Wetzlarer Westend 2006
Ausgehend von den Erfahrungen der bisherigen Projekte, die im Rahmen von "LOS - Lokales Kapital für soziale Zwecke" im Westend durchgeführt wurden, bildeten wöchentliche Treffen die Grundlage für das Wohnumfeldprojekt, bei dem mit kreativen Methoden Objekte im Außenbereich des Nachbarschaftszentrums gestaltet wurden.
Elemente des Projektes waren: ein gemeinsames Frühstück unter dem Gesundheitsakspekt, Austausch, kreatives Arbeiten, Beratung und gemeinsame Planung. Alle 14 Tage wurden in Zusammenarbeit mit Bunte Projekte kreative Einheiten angeboten: hier wurden Ideen gesammelt, Modelle gebaut, Materialien ausprobiert und Skizzen gefertigt, aber auch kunst-sozialtherapeutische Einheiten angeboten, die Raum für persönliche Auseinandersetzung gaben.
Eine Idee wurde im Rahmen von vier Projektwochen im Juni 2006 verwirklicht: eine aus Backsteinen gemauerte Sitzbank in Schlangenform am Rande der Grün- und Spielfläche, die zwischen Nachbarschaftszentrum und Wohnbebauung entsteht. Die ca. 11m lange "Sitzschlange", auf der ca. 8 bis 12 Personen Platz finden können, wurde auf einem Fundament Stück für Stück hochgemauert und wird in der letzten Projektwoche an vielen Stellen mit einem Mosaik aus Fliesenbruch verziert.

Insgesamt nahmen über 30 Teilnehmer/innen an dem Projekt auf unterschiedliche Weise teil, nutzten die wöchentlichen Angebote, Beratung und Kreativeinheiten, beteiligten sich am Herrichten des Gartens oder engagierten sich beim Bau der "Sitzschlange" und brachten ihre verschiedenen persönlichen und beruflichen Fähigkeiten und Kenntnisse mit ein.
Im Rahmen des Projektes wurde deutlich, dass die Bewältigung ihrer Lebenssituation für viele Menschen insbesondere durch die Veränderungen im Rahmen von Hartz IV schwieriger geworden ist. Das Projekt konnte dazu beitragen, die neue Lebenssituation besser zu meistern und vorhandene Netzwerke zu nutzen. Indem die Betroffenen vorwiegend selbst aktiv werden konnten, trug das Projekt zur Prävention vor einem Abrutschen in Selbstvernachlässigung und Inaktivität bei. Weil unterschiedliche Zielgruppen (Langzeitarbeitslose, Migrant/innen, Rentner/innen, arbeitende Bewohner/innen des Stadtteils sowie Schüler-Praktikant/innen der Karl-Keller-Schule Braunfels) am Projekt mitarbeiteten und die Ergebnisse nun gemeinsam präsentieren, trägt das Projekt seinen Teil zur Entwicklung von Toleranz und Demokratie im Stadtteil bei. Die gemeinsame Verwirklichung weiterer Objekte zur Gestaltung des Wohnumfeldes ist in Planung.
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