Das Westend in Wetzlar war ein Ort des intensiven Austauschs und lebendiger Begegnung: Insgesamt 22 Gemeinwesenarbeiterinnen und Gemeinwesenarbeiter aus der Region Mittelhessen kamen zu einem Vernetzungstreffen zusammen – organisiert von Jens Klotz und der WALI im Rahmen unseres GWA-Projekts.
Bereits ab 10 Uhr füllte sich der Raum. Beim Ankommen bot sich die Gelegenheit, bekannte Gesichter wiederzusehen und neue Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen. Das gemeinsame Frühstücksbuffet schuf eine offene, angenehme Atmosphäre für erste Gespräche.
Jens Klotz, der als Gemeinwesenarbeiter das Projekt im Wetzlarer Stadtteil Westend verantwortlich leitet, begrüßte die Kolleginnen und Kollegen und führte in die Arbeit am Standort ein.

Was schätzen wir an der Gemeinwesenarbeit?
Zum Einstieg stand eine persönliche Frage im Raum: Was schätzen wir eigentlich an unserer Arbeit? Die Teilnehmenden beantworteten diese auf kreative Weise – mithilfe ausgewählter Bildmotive. Die Vielfalt der gewählten Bilder spiegelte die Bandbreite der Erfahrungen wider: von Herausforderungen und Belastungen bis hin zu Freude, Zufriedenheit und Motivation.
Diese Einstiegsrunde machte deutlich, wie emotional und sinnstiftend Gemeinwesenarbeit für viele ist.
Themen sammeln, gewichten, gemeinsam bearbeiten
Im Anschluss begann die inhaltliche Arbeit. Zunächst wurden Anliegen, Fragen und Themen gesammelt, die die Teilnehmenden aktuell beschäftigen. Diese wurden sichtbar gemacht und anschließend durch eine gemeinsame Punktevergabe gewichtet.
So kristallisierten sich mehrere Schwerpunkte heraus, von denen die wichtigsten im Plenum intensiv diskutiert wurden. Ziel war es, Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln.
Zentrale Themen des Treffens: Fördermöglichkeiten, Männer in Projekten und Kommunalpolitik
1. Sachmittel, Finanzierung und Fördermöglichkeiten
Ein besonders wichtiges Thema war der Umgang mit Sachmitteln und die Frage der Finanzierung von Projekten. Diskutiert wurden Möglichkeiten der Mittelakquise, Argumentationsstrategien gegenüber Fördergebern sowie Grenzen und Herausforderungen in diesem Bereich.
Ein wiederkehrender Punkt war die Finanzierung von Verpflegung für Teilnehmende an Aktivitäten in den jeweiligen Quartieren – ein Thema, das vielerorts für Unsicherheit sorgt. Ebenso wurde der Blick auf alternative, oft unbürokratischere Förderquellen gelenkt, etwa durch Kooperationen mit lokalen Unternehmen oder Service-Clubs.
2. Angebote für Männer in der Gemeinwesenarbeit
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, welche Projekte insbesondere Männer ansprechen. Genannt wurden praxisnahe und alltagsorientierte Angebote wie Technik- und Reparaturprojekte (z. B. Repair-Cafés), Bewegungsangebote wie Wandern oder Radfahren sowie gemeinsames Kochen.
Diese Formate bieten nicht nur niedrigschwellige Zugänge, sondern fördern auch den Austausch von Wissen und stärken soziale Kontakte – gerade für alleinstehende Männer.
3. Kommunalpolitik und Gemeinwesenarbeit
Vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen wurden auch die Ergebnisse der Kommunalwahl und deren mögliche Auswirkungen auf die Gemeinwesenarbeit diskutiert.
Im Mittelpunkt standen Erfahrungen im Umgang mit politischen Gremien, etwa bei Anfragen aus Stadtparlamenten oder Kreistagen. Die Teilnehmenden tauschten Strategien und Handlungsempfehlungen aus, wie die eigene Arbeit transparent dargestellt und gleichzeitig gut vertreten werden kann.
Ein Blick ins Quartier
Zum Abschluss des Treffens fand ein gemeinsamer Rundgang durch das Westend statt. Dabei wurden zentrale Orte und Projekte vorgestellt, darunter das Nachbarschaftszentrum, die Funsporthalle mit mobiler Pumptrack-Anlage sowie die gemeinsam mit der WWG und Anwohnerinnen und Anwohnern organisierten Gärten.
Besonders deutlich wurde dabei die Vielfalt des Quartiers – sowohl in seiner Bebauung als auch in seiner sozialen Struktur. Genau hier setzt Gemeinwesenarbeit an: Sie schafft Räume für Begegnung, Beteiligung und gemeinsames Gestalten.
Fazit
Das Treffen hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig regionale Vernetzung für die Gemeinwesenarbeit ist. Der offene Austausch, das Teilen von Erfahrungen und das gemeinsame Nachdenken über Herausforderungen stärken nicht nur die einzelnen Projekte, sondern die Arbeit insgesamt.

Mehr über unsere Arbeit im Bereich Gemeinwesenarbeit: hier.