Wenn im Herbst die Tage kürzer werden und sich die Gartensaison langsam dem Ende zuneigt, ist ein guter Zeitpunkt, zurückzublicken: Was ist in unseren Gärten in diesem Jahr gewachsen? Nicht nur Pflanzen, sondern auch Ideen, Begegnungen und neue Verbindungen.

Auch das Gartenjahr 2026 bei WALI war wieder geprägt von gemeinsamer Arbeit, Austausch und der Frage, wie wir unsere Gärten angesichts des Klimawandels zukunftsfähig gestalten können.

Von der Aussaat bis ins Freiland

Bereits im März wurde das Gewächshaus gründlich gereinigt und der Innenausbau weiter vorangetrieben. Dort konnten wieder verschiedene Setzlinge und Pflanzen aus Saatgut herangezogen werden, die später ihren Platz im Freiland fanden.

Im April ging es dann zunehmend nach draußen. Gemeinsam mit den anderen Gartenmitnutzerinnen und -mitnutzern wurden der neue und der alte Garten weiter gestaltet und neue Räume für Ideen geschaffen. Ein besonderer Höhepunkt war die Pflanzentauschbörse am 19. April. Sie wurde sehr gut angenommen. Viele Menschen nutzten die Gelegenheit, Pflanzen, Saatgut und Erfahrungen auszutauschen. Weil die Resonanz an einem Sonntag besonders groß war, soll die Pflanzentauschbörse auch künftig möglichst sonntags stattfinden.

Im Mai begann die erste Aussaat direkt ins Freiland. Gleichzeitig wurde der Garten auch zum Ort für Gespräche über die Entwicklung des Stadtteils. Gemeinsam mit der WWG und Stefan Sänger von der Wohnumfeldgestaltung wurde darüber gesprochen, wie im Westend weitere Wohlfühloasen für die Anwohnerinnen und Anwohner entstehen können.

Gemeinsam gärtnern und voneinander lernen

Im Juni standen die Pflege und Versorgung der Pflanzen im Mittelpunkt. Gedüngt wurde unter anderem mit selbst hergestelltem Kompost – ein kleiner, aber wichtiger Beitrag zu einem nachhaltigen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. Außerdem entstand im alten Garten ein weiteres Hochbeet.

Dort gab es auch neue Impulse: Eine Familie aus Kasachstan wurde zu neuen Mitgärtnern. Mitgebracht wurden nicht nur Freude am gemeinsamen Gärtnern, sondern auch neues Saatgut, Erfahrungen und Ideen. So wird der Garten zu einem Ort, an dem unterschiedliche Menschen zusammenkommen und voneinander lernen können.

Der heiße Sommer stellt uns vor neue Fragen

Der Juli machte deutlich, vor welchen Herausforderungen unsere Gärten zunehmend stehen. Die große Hitze bedeutete vor allem eines: viel gießen. Immer wieder musste neuer Wassernachschub bei der WWG bestellt werden.

Dabei wurde deutlich, dass die Frage nach dem Wasserverbrauch keine Nebensache mehr ist. Wenn heiße und trockene Sommer häufiger werden, müssen wir überlegen, wie unsere Gärten in Zukunft damit umgehen können. Welche Pflanzen kommen mit wenig Wasser aus? Welche Sorten sind besonders anpassungsfähig? Und wie können wir unsere Gärten so gestalten, dass sie auch unter veränderten klimatischen Bedingungen lebendig bleiben?

Diese Fragen werden uns auch in den kommenden Jahren beschäftigen.

Alte Ressourcen, neue Ideen

Im August wurde im alten Garten der alte Zaun abgerissen. Nun geht es darum, gemeinsam Ideen für einen neuen Zaun zu entwickeln. Dabei gilt weiterhin das Prinzip: Wir versuchen, mit dem zu arbeiten, was bereits vorhanden ist, und vorhandene Ressourcen möglichst sinnvoll weiterzuverwenden.

Auch der Austausch mit anderen Einrichtungen gehört inzwischen selbstverständlich zum Gartenjahr. Im August und im September konnten wir Besuch vom Jobcenter begrüßen. Es entwickelte sich – wie schon bei früheren Begegnungen – ein interessanter und schöner Austausch über unsere Arbeit und die Bedeutung solcher Orte.

Im September besuchten Frau Heinrich und Frau Schwedes vom Amt für Stadtentwicklung den alten Garten. Im Mittelpunkt standen Gespräche über Möglichkeiten eines ökologischen Umgangs mit dem Garten und dem Wohnumfeld sowie über die weitere Gestaltung des Bereichs rund um den WALI-Garten.

Und es geht weiter

Auch wenn sich das Gartenjahr langsam dem Ende nähert, gibt es bereits neue Ideen für die kommende Zeit. Im Oktober entstand ein Kontakt zum Nachbarschaftszentrum im Westend. Sandra Harrach-Brüller als Quartiersmanagerin zeigte Interesse an einer Zusammenarbeit bei der Gestaltung der Beete rund um das NBZ.

Damit zeigt sich einmal mehr: Die Gärten sind für uns mehr als Orte, an denen Pflanzen wachsen. Sie sind Orte der Begegnung, des Austauschs und der Beteiligung.

Hier entstehen Ideen, Menschen lernen sich kennen, Erfahrungen werden weitergegeben und gemeinsam wird ausprobiert, was möglich ist.

Das Gartenjahr 2026 geht langsam zu Ende – aber die Ideen für das nächste Gartenjahr wachsen bereits.

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