Als Träger der Gemeinwesenarbeit (GWA) im Wetzlarer Sozialraum Westend ist die WALI regelmäßig im Austausch mit Fachkräften aus ganz Deutschland. Ende Juni nahm unser Gemeinwesenarbeiter Jens Klotz an der GWA-Werkstatt 2026 in Loccum teil – einer bundesweiten Fachveranstaltung, die sich mit den aktuellen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Gemeinwesenarbeit beschäftigte.

Bereits am ersten Veranstaltungstag stand der fachliche Austausch im Mittelpunkt. Auf einem Netzwerk-Tag wurden Projekte und gute Praxisbeispiele aus verschiedenen Bundesländern vorgestellt. Besonders eindrucksvoll war der Impulsvortrag zur Studie „Die angespannte Mitte“, der die gesellschaftlichen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf das Zusammenleben in den Quartieren beleuchtete. In einer anschließenden Diskussionsrunde wurde deutlich: Gemeinwesenarbeit leistet einen wichtigen Beitrag, um Nachbarschaften zu stärken, Beteiligung zu fördern und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern.

An den folgenden beiden Tagen arbeiteten die Teilnehmenden in verschiedenen Werkstätten und Workshops an aktuellen Themen der Gemeinwesenarbeit. Im Mittelpunkt standen unter anderem Demokratieförderung und der Umgang mit Rechtsextremismus, Community Organizing, Sozialraumplanung, Konfliktmanagement im Stadtteil sowie Qualitätsstandards der GWA. Auch die Rolle von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz sowie die Frage, wie bürgerschaftliches Engagement gestärkt werden kann, wurden intensiv diskutiert.

Jens Klotz erarbeitete sich mit anderen Kolleginnen und Kollegen der GWA in einem Workshop die Gründzüge des Community Organizing in der GWA. Nach einem geschichlichen Überblick über die Entwicklung der GWA sowie die Rezeption von Community Organizing in Deutschland, wurde geschaut, wie Community Organizing in der GWA Praxis eingesetzt werden kann.

Zudem wurde herausgearbeitet, welche Rahmenbedingungen für die Stärkung von Handlungsfähgkeit und Selbstorganisation sowohl aus der Sicht der Hauptamtlichen als auch aktiven Stadtteilbewohner*innen als hinderlich bzw. förderlich wahrgenommen werden. Im Rahmen des Workshops gab es zudem weitere Erkenntnisse in Bezug auf die Haltung der hauptamtlichen Gemeinwesenarbeiter in Bezug auf Ehrenamt und Aktivierung.

Ein wiederkehrendes Thema war die Frage, wie Gemeinwesenarbeit auch unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen nachhaltig gestaltet werden kann. Die vielen Praxisbeispiele zeigten eindrucksvoll, dass erfolgreiche Gemeinwesenarbeit vor allem durch starke Netzwerke, die aktive Beteiligung der Menschen vor Ort und eine enge Zusammenarbeit verschiedener Akteurinnen und Akteure gelingt.

Für unsere Arbeit im Sozialraum Westend konnten wir zahlreiche neue Anregungen und Ideen mitnehmen. Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland hat uns darin bestärkt, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen: gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern den Stadtteil aktiv zu gestalten, Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen und das nachbarschaftliche Miteinander weiter zu fördern.

Wir bedanken uns bei den Veranstaltenden für die gelungene Werkstatt und freuen uns darauf, die gewonnenen Impulse in unsere tägliche Arbeit im Westend einfließen zu lassen.

Mehr über unsere Arbeit in den Feldern Gemeinwesenarbeit und gesellschaftliches Engagement: weiter über die Links.