Wikipedia schreibt unter dem Eintrag „Die letzten Tage der Menschheit“: „Die letzten Tage der Menschheit ist eine „Tragödie in 5 Akten mit Vorspiel und Epilog“ von Karl Kraus. Sie entstand in den Jahren 1915 bis 1922 als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg. In 220 Szenen, die vielfach auf authentischen zeitgenössischen Quellen beruhen, wird die Unmenschlichkeit und Absurdität des Krieges dargestellt. Das Stück ist einem „Marstheater“ zugedacht und bisher noch nie komplett aufgeführt worden.“

Die letzten Tage der Menschheit – ein Theaterprojekt der WALI

Wir – die Theatergruppe der WALI – arbeiten derzeit intensiv an einer Bühnenfassung von „Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus. Das monumentale Antikriegsdrama, das Kraus selbst einst als „für ein Marstheater“ geeignet bezeichnete, gilt bis heute als eines der radikalsten literarischen Zeugnisse gegen Krieg, Propaganda und sprachliche Verrohung. In einer Vielzahl von Szenen, Figuren und Schauplätzen entlarvt Kraus die Absurdität und Grausamkeit des Ersten Weltkriegs – schonungslos, bitter und von erschreckender Aktualität.

Unter der Regie von Erich Schaffner, der uns seit über 25 Jahren begleitet und der auch den Textentwurf für „unser“ Stück entwickelt hat, entsteht aus der Fülle des Materials nun eine eigene, spielbare Fassung. Aus dem langen Entstehungs- und Auswahlprozess haben wir eine konzentrierte Folge von Szenen herausgearbeitet, die den Kern des Stücks sichtbar machen und zugleich Raum für theatrale Verdichtung lassen.

Die wöchentliche Probenarbeit in den Räumen der WALI ist geprägt von gemeinsamer Recherche, gemeinsamen Interpretieren, kontroversen Diskussionen und dem Ausprobieren unterschiedlicher Spielweisen – ein intensiver kollektiver Prozess, in dem wir uns an das schwierige Stück heran tasten.

Das Projekt stellt hohe Anforderungen: viele Rollen, wechselnde Orte, unterschiedliche Perspektiven und Tonlagen. Gerade diese Komplexität macht jedoch den Reiz der Arbeit aus.

Ziel ist es, aus Kraus’ Sprachgewalt und Szenenreichtum ein Theaterstück zu formen, das berührt, irritiert und zum Nachdenken anregt. Die Aufführung ist für den Herbst geplant – wahrscheinlich wieder am Buß- und Bettag im NBZ in Niedergirmes. Wir freuen uns darauf, dieses besondere Werk in unserer eigenen Handschrift auf die Bühne zu bringen und werden euch in der nächsten Zeit über den Probenverlauf auf dem Laufenden halten.

Mehr über unsere Arbeit in den Bereichen Theater, Ehrenamt, Kunst & Kreativität und Ehrenamt für alle findet ihr über die Links.