Unser soziokulturelles Spielprojekt „Get Together“, das vom Kulturfonds Gießen Wetzlar gefördert wird, ging im Mai in die zweite Entwicklungsrunde. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Ziel, eine interaktive Spiele-Rallye zu entwickeln, die sich künstlerisch, kreativ und spielerisch mit dem Thema Einsamkeit auseinandersetzt.
Das Spiel soll Menschen zusammenbringen, Begegnungen ermöglichen und dazu anregen, über Ursachen, Auswirkungen und mögliche Wege aus der Einsamkeit nachzudenken.
Bereits beim letzten Treffen hatten wir uns bei der WALI in Wetzlar versammelt und dort gemeinsam mit Teilnehmenden beider Initiativen („Get together“ ist ein Kooperationsprojekt mit der ALI aus Gießen) im Westend an ersten Ideen und Spielkonzepten gearbeitet. Die entstandenen Ansätze wurden nun weiterentwickelt und konkretisiert.

Diesmal führte uns der Weg nach Gießen zur ALI. Im angenehmen Ambiente des Dachsaals im DGB-Hochhaus wurde intensiv an der Weiterentwicklung des Spiels gearbeitet. Die Teilnehmenden brachten dabei ihre unterschiedlichen Erfahrungen, Perspektiven und kreativen Ideen ein. Der Austausch zwischen den beiden Initiativen erwies sich erneut als sehr bereichernd und zeigte, wie vielfältig das Thema betrachtet werden kann.
Für die Arbeitsphase wurden vier Gruppen gebildet. Sie beschäftigten sich mit den Bereichen Spieleentwicklung, Ereigniskarten, Spielpunkte sowie der Charakterentwicklung der Spielfiguren. Jede Gruppe arbeitete eigenständig an ihren Themen und entwickelte zahlreiche neue Ideen und Anregungen für das Gesamtkonzept.
Im Bereich der Spielpunkte wurde beispielsweise darüber nachgedacht, wie unterschiedliche Lebenssituationen und Erfahrungen im Spiel sichtbar gemacht werden können. Dabei entstanden Überlegungen zu Punkten oder Symbolen, die Gefühle wie Traurigkeit, Isolation, aber auch Hoffnung, Unterstützung und Gesundheit darstellen. Auf diese Weise sollen die Herausforderungen, aber auch die Ressourcen von Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen spielerisch erfahrbar werden.
In der Arbeitsgruppe „Charakterentwicklung“ wurden verschiedene Personas entwickelt, die später im Spiel eine Rolle spielen sollen. Dazu gehört beispielsweise eine obdachlose Person, deren Lebenssituation sich deutlich von der anderer Spielfiguren unterscheidet.
Durch die unterschiedlichen Charaktere sollen die Spielerinnen und Spieler Einblicke in verschiedene Lebenswelten erhalten und nachvollziehen können, wie soziale, wirtschaftliche oder persönliche Faktoren das Erleben von Einsamkeit beeinflussen.

Nach der Gruppenarbeit kamen alle Teilnehmenden wieder im großen Saal zusammen. Dort wurde ein erstes Spielfeld aufgebaut, auf dem die entwickelten Ideen direkt ausprobiert und praktisch getestet werden konnten.
Dieser Schritt erwies sich als wertvoll, da viele Konzepte unmittelbar erlebbar wurden und neue Impulse für die weitere Entwicklung des Spiels entstanden. Gleichzeitig konnten erste Rückmeldungen gesammelt und Verbesserungsvorschläge diskutiert werden.
Die intensive Zusammenarbeit hat erneut gezeigt, wie viel Kreativität, Engagement und Erfahrung in das Projekt eingebracht werden. Schritt für Schritt nimmt „Get Together“ Gestalt an und entwickelt sich zu einem Spiel, das nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen und Menschen miteinander ins Gespräch bringen soll.
Die nächste Entwicklungsphase findet nun wieder in Wetzlar statt. Bis zur öffentlichen Präsentation des Spiels gibt es noch einiges zu tun. Die bisherigen Ergebnisse stimmen uns jedoch zuversichtlich, dass am Ende ein spannendes und innovatives Kunstprojekt entstehen wird, das einen wichtigen Beitrag zur Auseinandersetzung mit dem Thema Einsamkeit leisten kann.
Mehr über unsere Arbeit in den Feldern „Engagement“ und „Kunst- und Kreativität“ erfahrt ihr über die Links.